Forstbetriebsgemeinschaft Roth und Umgebung blickte aufs „Waldjahr“ 2024 zurück
Abschied von Geschäftsführer Dieter Winkler nach 33 Jahren

Roth - Beim Rückblick auf 2024, dem Haushalt für 2025 und Informationen zum Holzpreis bei der aktuellen Mitgliederversammlung der FBG Roth und Umgebung im Saal des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten war es heuer für Dieter Winkler ein besonderer Moment: Es waren seine letzten Berichte - er beendet als Geschäftsführer der FBG Roth und Umgebung seit 33 Jahren sein Ehrenamt. Als Nachfolger übernimmt Johannes Pemsel als FBG-Fachberater und Förster ab Mai diese Aufgabe.

Der Begrüßung der Mitglieder und Ehrengäste der Fachbehörden sowie aus dem Landkreis durch Vorsitzenden Hans Kübler folgten Grußworte: Landrats-Stellvertreterin Edeltraud Stadler sah im heimischen Wald einen „großen Schatz, den wir haben und wofür wir dankbar sein dürfen.“ Der Wald hat viele Funktionen vom Klimabereich über den Erholungs- und Freizeitaspekt bis hin zur Bedeutung als Holzlieferant für viele Alltagsbereiche. Auch deshalb dankte sie allen Mitgliedern der FBG als Waldbesitzern und aktiven „Waldpflegern“: „Unser Wald ist bei Ihnen in guten Händen“ würdigte sie die Arbeit der FBG und ihrer Mitglieder.
Manfred Dorner ging als Landkreis-Obmann des Bayerischen Bauernverbands genauer aufs „Waldgesetz“ der EU ein, das wegen vieler fehlender Details auf 2025 als Entscheidungsjahr verschoben wurde und sicher weiteren Diskussionsstoff liefern werde vor einer Abstimmung. Dieses Thema griff auch Ingrid Bär als AELF-Leiterin im Landkreis Roth auf und nannte die letzten Jahre eine „spannende Zeit mit vielen Themen mit Auswirkungen auch auf die regionale Landwirtschaft“. Schon die Vielfalt politischer Zuständigkeiten im Waldgesetz zeige die Diskrepanz zwischen Idee und Umsetzung.

Der Holzverarbeitungssektor ist in „großer Bewegung“
Für die Forstliche Vereinigung Mittelfranken (FVM) als Dachverband der FBG stellte Armin Heidingsfelder aktuelle Umbrüche im Holzverarbeitungssektor näher vor: Über Jahre habe es eine gute Entwicklung gegeben bei der Preisfestlegung für Holz der FBG-Gruppen in Mittelfranken. Das Schicksal der Firma Ziegler als früher sicherer Großabnehmer zeige, wie stark aktuell dieser Wirtschaftszweig bis in die Region in Bewegung ist. Mit der Firma Rettenmeier als neuem Großabnehmer habe sich die Preisentwicklung wieder entspannt, daran habe auch Dieter Winkler als zuständiger Geschäftsführer der FBG Roth und Umgebung großen Anteil.
Gut zur kürzlichen Informationsveranstaltung zur Prävention von Unfällen in der Waldarbeit passend ergänzte Dr. Andreas Wilhelm als Facharzt für Notfallmedizin und langjähriger Notarzt am Klinikum Schwabach dieses Leitthema der FBG mit seinem Fachvortrag: Unter dem Thema „Unfälle im Wald - richtig retten“ informierte er über Präventivmaßnahmen und Hilfsmöglichkeiten bei Unfällen in der Waldarbeit. Allein 2023 habe es in Deutschland 4941 Unfälle in der Forstarbeit gegeben und leider auch 36 Todesfälle. Manches davon wäre bei richtiger Vorbereitung auf den Arbeitseinsatz im Wald und Beachtung möglicher Gefahrenquellen vermeidbar gewesen.

Apps helfen im „Fall der Fälle“ bei der Hilfeleistung
Die gute Vorbereitung auf den Arbeitseinsatz beginne mit der Klärung aktueller Faktoren wie dem Wetter oder Waldgegebenheiten und Grundregeln wie der, solche Arbeiten nie alleine zu machen. Es gebe zudem technische Hilfen wie Apps - wie etwa neben GPS und „W3W“ auch „Hilfe im Wald“ - um im Notfall schnell Hilfe zu holen. Eine Schlüsselfunktion haben hier deutschlandweit festgelegte „Rettungstreffpunkte“. Bei ihnen gibt es üblicherweise den ersten Kontakt im Notfall zwischen den Rettungsdiensten und den Meldern oder Helfern. Gut ist es hier ortserfahrene Helfer zu postieren, um zielgerichtet zum Umfallort zu kommen.
Ein weiterer Aspekt des Vortrags galt Hilfsmaßnahmen zur „Ersten Hilfe“ direkt am Unfallort und was an medizinischem Hilfsmaterial am Arbeitsplatz vorhanden sein sollte. Nach dem Dank von Hans Kübler an den Referenten für seine Informationen oblag ihm auch der Rückblick auf 2024: Wie im Vorjahr gab es mehrere Veranstaltungen als Fachinformationen für die Mitglieder und die FBG-Leitung hatte mehrere Termine mit regionalen Fachbehörden zu aktuellen Themen. Für den Holzmarkt wurden 2024 knapp 16.700 Festmeter (fm) Holz der Mitglieder als Kurzholz, Palettenholz, Spanholz oder „Energieholz“ vermittelt.

Letzter Bericht von Geschäftsführer Dieter Winkler
Gut laufe weiterhin auch der Waldumbau mit Bestandsverjüngung, für die Mitglieder wurden hierzu insgesamt 46.500 Laubholzpflanzen bestellt und geliefert. 2024 hatte die FBG insgesamt 824 Mitglieder bei 789 Direktmitgliedern und 35 Fördermitgliedern, die Waldfläche aller FBG-Mitglieder summiere sich auf 8264 Hektar. Die folgenden Berichte mit der Vorstellung des Haushaltsplans für 2025 und einem Resümee zur Entwicklung des Holzpreis für das Holz der FBG-Mitglieder waren zugleich die letzten von Dieter Winkler als FBG-Geschäftsführer in seiner 33jährigen Tätigkeit für die FBG Roth.
Nach der Vorstellung des Haushaltsplans für 2025 bestätigte Dieter Winkler im Rückblick, was er letztes Jahr als Entwicklung am Holzmarkt vermutete: Die für 2024 erwartete rückläufige Zahl an Festmetern Holz aufgrund bestehender Holzreserven sei so gekommen. Der erneut warme Winter hatte diesmal zur Folge, daß Alt-Reserven in großer Menge abgebaut werden konnten und der geringere Nachschub die Preise stabil gehalten habe. Die FBG Roth habe zu ihrem Glück einen eigenen Lagerplatz für diese Reserven, den auch einzelne Mitglieder auf Nachfrage mitnutzen können für ihre Stämme.
Altersbedingt kündigte Dieter Winkler an, das Geschäftsführeramt ab Mai 2025 in jüngere Hände geben zu wollen. Als Nachfolger wählten die FBG-Mitglieder Johannes Pemsel, als Förster auch Fachberater für die FBG Roth. Die Geschäftsstelle werde bei der Familie Winkler in Meckenlohe bleiben. Johannes Pemsel informierte nach dem Dank an Dieter Winkler für dessen langjähriges Wirken über aktuelle Entwicklungen in den von ihm betreuten Waldgebieten. Und er berichtete über jüngste Untersuchungsergebnisse zum Zustand der Fichtenbestände in der Region, die auch weiterhin den Umbau zum Mischwald befürworten. (jör)

 

 

FBG Roth 1klein

Foto (jör): An der jetzigen Mitgliederversammlung der FBG Roth beendete Geschäftsführer Dieter Winkler (2.v. rechts) nach 33 Jahren seine Tätigkeit, mit auf dem Foto auch seine Ehefrau Christa (Mitte), die der FBG weiterhin als Schatzmeisterin erhalten bleibt. Johannes Pemsel (rechts) wird ab Juni 2025 die Aufgaben als Geschäftsführer übernehmen. Großen Dank für diesen langen Einsatz für die FBG Roth gab es auch vom 1.Vorstand Hans Kübler (2.v. links) sowie von Landrats-Stellvertreterin Edeltraud Stadler (links).

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